Bassersdorfer sagen Ja zu Liftanlagen am Bahnhof
Mit 2048 Ja- zu 1770 Nein-Stimmen entschieden sich die Bassersdorferinnen und Bassersdorfer am Wochenende an der Urne für den Einbau von Liftanlagen am neu entstehenden Bahnhof Bassersdorf. Damit stimmten sie gegen Gemeinderat und RGPK, die gegen die Vorlage waren. Der Ja-Stimmen-Anteil lag bei 53,64 Prozent.
Beim Geschäft ging es um die Genehmigung eines Kredits von 2,2 Millionen Franken für den Einbau von Personenliften beim Bahnhof Bassersdorf, der im Zuge des SBB-Grossprojekts «MehrSpur Zürich–Winterthur» neu gebaut wird. Die SBB hatte, wie bei Bahnhöfen dieser Grösse üblich, lediglich Rampen für den Zugang mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen vorgesehen. Die IG Basi hat mit ihrer Initiative erwirkt, dass die Geleise 1 und 4 nun auch mit einem Lift erschlossen werden. Finanziert werden diese durch die Gemeinde.
Erfolg gilt den Benutzern
Die IG Basi zeigte sich erfreut über den Ausgang der Abstimmung, obwohl Initiant Eduard (Edi) Hofmann persönlich eher unsicher war, in welche Richtung es gehen würde, wie er dem dorfblitz verrät. «Primär gilt der Erfolg jedoch jenen Menschen, die diese Lifte in Zukunft benützen werden», so Hofmann.
Aufgrund des frühen Projektstands weisen die Berechnungen der 2,2 Millionen Franken allerdings noch eine Kostengenauigkeit von plus/minus 30 Prozent auf. Im ungünstigsten Fall könnten die Kosten somit deutlich höher ausfallen. Diese Zahl stellt Initiant Hofmann jedoch infrage. Nach seinen neuesten Informationen der SBB würde die Kostengenauigkeit aufgrund der Erfahrungen mit dem Bahnhof Wallisellen eher gegen zehn Prozent tendieren. Hinzu kommen gemäss SBB jährliche Folgekosten von rund 121 000 Franken für Betrieb, Unterhalt, Abschreibungen und Zinsen. Auch diese Faktoren konnten die Stimmberechtigten von Bassersdorf jedoch nicht davon abhalten, ein Ja in die Urne zu legen.
Knapper Ausgang
Weniger erfreut zeigte sich Gemeindepräsident Christian Pfaller auf Anfrage. Er spricht von einem sehr knappen Ergebnis, das genauso gut anders hätte ausfallen können. Dem Gemeinderat bereiteten insbesondere die Kosten Sorgen, so Pfaller, da diese bisher nicht in der Investitionsplanung der Gemeinde vorgesehen seien. Dennoch nehme man den Entscheid des Souveräns zur Kenntnis und werde nun die notwendigen Schritte zur Umsetzung des Volksentscheids einleiten sowie die weiteren Projektierungs-, Genehmigungs- und Ausführungsarbeiten gemeinsam mit den zuständigen Stellen koordinieren, wie es auch auf der Webseite der Gemeinde heisst.

