Bassersdorf

Bassersdorfer Sechseläuten verspricht heissen Sommer

Geht es nach dem Bassersdorfer «alternativen Sechseläuten», verspricht der Sommer 2024 heiss zu werden. Beeinflusst durch die starken Westwinde dauerte es gerade mal drei Minuten und 13 Sekunden, bis das Feuer den Kopf der diesjährigen «Bööggin» erreichte.

Die Flammen züngeln an der «holden Weiblichkeit» empor. (Bilder: Reto Hoffmann)
Feuerwehrleute löschen aus Vorsicht das Gerippe des Bööggs.
Zunft zum «Stumpfe Rüebli».
Die Zunft des «Gstutze Schluuchs» beim Umrunden des Bööggs.
Die Zünfter des rostigen Ankers lassen die Kanone krachen.
Nach drei Minuten und 13 Sekunden ist der Kopf ab.
Der ehemalige Metzgermeister Walter Steinmann auf dem Ehrenwagen.
Feuerwehrmann Werner «Helmi» Hermann zählt die Sekunden.

Ganz im Gegensatz zum originalen Zürcher Böög, der aus Sicherheitsgründen das erste Mal in der Geschichte des Zürcher Traditionsanlasses aus dem gleichen Grund nicht entzündet werden konnte.

«Kurzes Gastspiel» des Böögs

Dass die Basserdorferinnen und Bassersdorfer ihre eigene Geschichte schreiben, wurde einmal mehr am diesjährigen Sechseläuten-Montag deutlich. Christian Weiss, der Zeremonienmeister des Zentralkomitees der Bassersdorfer Zünfte, entschied trotz des aufkommenden Westwindsturms, den 21. Bassersdorfer Böög punkt Sechs Uhr entzünden zu lassen. Und es dauerte auch nicht lange, bis die grazile «holde Weiblichkeit», angefacht durch die starken Winde, in hellen Flammen stand. Noch bevor die mitlaufenden Zünfte von der «goldenen Gerste» bis zur Gastzunft der Stadt Kloten den Böögg einmal umrunden konnten, erreichte das Feuer bereits den Kopf der Puppe und liess diesen explodieren. Kurz danach stand nur noch ein verkohltes Gerippe inmitten des Sechseläuten Platzes hinter dem Dorfschulhaus, das von den in Bereitschaft stehenden Feuerwehrleuten eiligst gelöscht wurde. Dies, um keine herumfliegenden Glutteile zu riskieren, die in der Nachbarschaft Schaden anrichten könnten.

Metzgermeister auf Ehrenwagen

Der Stimmung der über 300 Schaulustigen tat dies jedoch keinen Abbruch. Während die Kinder um Süssigkeiten, welche die Zünfter verteilten, bettelten, wurden die Erwachsenen von bunten Rosen beschenkt. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt dabei Walter Steinmann, der ehemaligen Metzgermeister, der bei der Rüttler Zunft auf dem Ehrenwagen mitfahren durfte und ebenfalls fleissig Rosen und zwischendurch auch Küsschen verteilte.

Stets ist es auch ein streng gehütetes Geheimnis, welche Figur in diesem Jahr auf dem Scheiterhaufen steht. Diesmal hatte man sich für einen weiblichen Böögg mit schlanker Figur und feuerroten Haaren entschieden. Anspielend auf den «Diversity Böögg», welcher 2022 sogar international grosse Aufmerksamkeit erregte, wollte man diesmal der «holden Weiblichkeit» eine Bühne geben, wie Zeremonienmeister Weiss sagte. Ob die Feministinnen darob ihre Freude haben, ist offen. Auf Figuren des Weltgeschehens, wie man sie früher ebenfalls inszenierte, habe man, aus Rücksicht auf die jüngsten Ereignisse in der Ukraine und im Nahen Osten, bewusst verzichtet, so Weiss.

Grosses Interesse trotz Kritik

Dass sich das Zentralkomitee der Bassersdorfer Zünfte auch diesmal, trotz hängiger Böller-Beschwerde beim Bezirksrat Bülach, nicht von der Durchführung ihrer langen Tradition abhalten lässt, haben sie einmal mehr bewiesen. Der stets wachsende Besucheraufmarsch scheint ihnen dabei Recht zu geben.

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