Bassersdorf

Bisherige Jagdgesellschaft musste Bewirtschaftung abgeben

Alle acht Jahre wird die Pacht für die Jagdreviere im Kanton Zürich neu vergeben – aktuell für die Periode 2025 bis 2033. In Bassersdorf hat nun nach einer rechtlichen Intervention ein neuer Pächter den definitiven Zuschlag erhalten – sehr zum Unverständnis der früheren Jagdgesellschaft.

Die drei Mitglieder der neuen Bassersdorfer Jagdgesellschaft: (v.l.) Reto Baumann, Fabian Moser und Michael Würsten. (zvg)

Obmann der neuen Jagdgesellschaft ist der Bassersdorfer Fabian Moser. Der 48-jährige hauptberufliche Ranger hatte sich mit seiner neu gegründeten Jagdgesellschaft im vergangenen Jahr neben der bestehenden Jagdgesellschaft unter dem damaligen Obmann Peter Grieder junior für die Pacht beworben. Interessantes Detail: Moser war sechs Jahre lang Mitglied der Jagdgesellschaft, wurde dann wegen Meinungsverschiedenheiten vor zwei Jahren aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

Punktesystem entscheidet

Bei der ersten Vergabe für die neue Bewirtschaftungsperiode des Jagdreviers hat der Gemeinderat Bassersdorf der langjährigen Pachtgesellschaft den Zuschlag gegeben. Dagegen hat die neue Jagdgesellschaft beim Bezirksrat Bülach Rekurs eingelegt, mit dem Argument, bei der Punktevergabe seien Fehler geschehen. Diese Vergabe erfolgte nach einem neuen System. Es gibt keine einfache Versteigerung mehr an die meistbietende Jagdgesellschaft. Neu muss der Gemeinderat einen vom Kanton vorgegebenen Bewertungsbogen anwenden. Es entscheidet die höhere Punktzahl, wem ein Jagdgebiet zugeteilt wird.

Neubeurteilung wurde nötig

Der Bezirksrat beanstandete einen Rechtsauslegungsfehler und forderte eine Neubewertung, wodurch der Gemeinderat die Bewerbungen überarbeitete und schliesslich Fabian Moser überraschend den Zuschlag gab, da dieser mit seiner Bewerbung eine höhere Punktzahl erzielte.
«Als unterlegene Pachtgesellschaft konnten wir diese Kehrtwende des Gemeinderates überhaupt nicht nachvollziehen», sagt der ehemalige Jagdleiter, Kevin Ceotto. «Es war, als ob ein Stück des Herzens wegbricht. Über Generationen hinweg wurde diese Jagdpacht erfolgreich geführt, nun sollte einfach Schluss sein.»
Die vier Pächter rekurrierten ihrerseits beim Bezirksrat Bülach gegen diesen Entscheid. Die Einsprache war jedoch erfolglos: Der Bezirksrat Bülach wies den Rekurs Ende 2025 ab. Da gegen diesen Beschluss keine Beschwerde einging, ist die Vergabe nun rechtsgültig, und der Jagdpachtvertrag mit der Jagdgesellschaft Bassersdorf (neu) mit Obmann Fabian Moser könne nun abgeschlossen werden, teilt der Gemeinderat mit.

Herzensangelegenheit

Obmann Moser zeigt sich erleichtert, dass dies nun alles über die Bühne ist. Er hätte das alles so nicht gewollt, sagt er. «Mir geht es um das Jagdrevier in Bassersdorf, das mir sehr am Herzen liegt.» Er wird in den kommenden acht Jahren zusammen mit zwei befreundeten Gesellschaftern in der rund 235 Hektar grossen bejagbare Waldfläche zum Rechten schauen. «Doch bei unserer Arbeit geht es nicht nur darum, Tiere zu schiessen, um den Bestand zu regulieren. Es geht um die Zusammenarbeit mit Forst- und Landwirtschaft, Prävention von Wildschäden, beispielsweise von Wildschweinen, oder aktuell Probleme mit Krähen und Tauben oder die Rehkitzrettung mit Drohne», sagt Moser.

Die alte Pachtgesellschaft wurde faktisch aufgelöst und die vier Jäger wandten sich gemäss Kevin Ceotto anderen waidmännische Tätigkeiten zu. Zwei von ihnen hätten noch ein anderes Revier, das sie betreuen würden, so der ehemalige Jagdleiter.

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