Bassersdorf

Böögg-Chlöpfete gefällt nicht allen Personen

Mit einer Aufsichtsbeschwerde möchte der Zürcher Peter-Wolfgang von Matt den Gebrauch von Knallkörpern an Volksfesten verbieten. Dabei schiesst er auch gegen das Sechseläuten in Bassersdorf.

Der Böögg soll leiser werden. (Archiv)

Auf den Artikel im Zürcher Unterländer anfangs März über eine Aufsichtsbeschwerde eines Zürcher Bürgers, der sich an den Böllerschüssen und Sicherheitsabständen an Volksfesten wie dem Sechseläuten stört, gaben einige Personen ironische Bemerkungen ab. Mehrheitlich zielen die Kommentare darauf ab, dass wohl jeder Besuchende wisse, dass es in Zürich und Bassersdorf irgendwann knalle, wenn der Böögg explodiere. Bööggbauer und Zeremonienmeister Christian Weiss vom Zentralkomitee der Bassersdorfer Zünfte weist auf die Freiwilligkeit des Besuches hin und dass die Besucher aus freien Stücken dem Traditionsanlass beiwohnen. Daher brauche es keine «grossmütigen Geister», die das Gemeinwohl im Sinn hätten und solche Vorstösse lancieren müssten.

Lieber Licht statt Lärm

Peter-Wolfgang von Matt hat seine Aufsichtsbeschwerde am 29. Februar dieses Jahres eingereicht mit dem Antrag, den Gebrauch von pyrotechnischen Materialien, die kurzzeitige intensive Belastungen des Gehörs erzeugen, neben Zürich auch am Bassersdorfer Sechseläuten zu verbieten. Allfällige Effekte seien entsprechend zu ersetzen, etwa durch nicht-lärmverursachendes Lichtfeuerwerk. Am 11. März reichte er einen zusätzlichen Antrag ein und forderte vom Bezirksrat als Aufsichtsbehörde der Gemeinden, dass der Gemeinderat Bassersdorf «die Kategorie der stärksten Knallpetarden, die am Sechseläuten verwendet werden» offenlegen solle. Ebenso, wie gross der Mindestabstand gegenüber Kindern, Erwachsenen und Tieren betragen müsse sowie auf welchen Feststellungen sich seine Aussage begründe.

«Wir achten bei Veranstaltungsbewilligungen durchaus sensibel auf die Umstände.»

Simon Collenberg, Leiter Abteilung Dienste + Sicherheit

Bezirksrat prüft Fakten

Beim Bezirksrat Bülach ist die Beschwerde bekannt, jedoch dem Statthalteramt als zuständige Behörde weitergeleitet. Die Gemeinde Bassersdorf sei zu einer Stellungnahme eingeladen worden und anschliessend werde man prüfen, ob die Vorwürfe gerechtfertigt seien, erklärt Johanna Vopat vom Bezirksrat. «Allenfalls müssen zur Beurteilung noch Sachverständige zugezogen werden, aber das werden wir sehen, sobald die Stellungnahmen eingetroffen sind», sagt Vopat.

Sensibel darauf achten

Christian Weiss kennt die Regeln für seinen Bööggbau mittlerweile bestens, da das Zentralkomitee bei den Gemeindebehörden eine Bewilligung einholen muss. Simon Collenberg, Leiter Abteilung Dienste + Sicherheit erklärt, dass in der Veranstaltungsbewilligung die Sicherheitsabstände zu den Personengruppen festgelegt werden und definiert wird, welche Knallkörper verwendet werden dürfen. «Wir achten bei Veranstaltungsbewilligungen durchaus sensibel auf die Umstände».

«Wir benutzen handelsübliche Knaller, welche man ohne Sprengstoff-Ausbildung legal kaufen kann. Zudem darf der Böögg nicht höher als vier Meter sein und rund um ihn herum muss eine Zone von zehn Metern abgesperrt sein.»

Christian Weiss, Zentralkomitee der Bassersdorfer Zünfte

Das bestätigt auch Christian Weiss: «Wir benutzen handelsübliche Knaller mit Namen Vogelschreck P1, welche man ohne Sprengstoff-Ausbildung legal kaufen kann. Zudem darf der Böögg nicht höher als vier Meter sein und rund um ihn herum muss eine Zone von zehn Metern abgesperrt sein.» Das halte man seit Jahren ein.
Bis jetzt existiert erst das Grundgerüst des Böögg, wie er dieses Jahr aussehen wird am 15. April, wisse er noch nicht, sagt Weiss. «Wir sind eine Gruppe von drei Personen, die dann recht kurzfristig entscheidet, welches Thema zum Zug kommt.»

Diesen Artikel können Sie liken!

Werbung