Bassersdorf

Umweg über Urnenabstimmung

Der Finanzierungskredit von 500 000 Franken für die Sanierung des Centrumshüslis in Bassersdorf muss noch eine weitere Hürde nehmen: Die Stimmberechtigten von Bassersdorf haben gestern Dienstagabend, 16. September, zwar dem Gegenvorschlag des Gemeinderates zugestimmt. Das Geschäft muss jedoch auf Antrag eines Stimmbürgers der Urnenabstimmung unterbreitet werden.

An diesem Abend waren die Ränge in der bxa gut gefüllt. 150 Stimmberechtigte nahmen an der Versammlung teil. (rh)

Das Hauptgeschäft, über welches die Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom 16. September zu befinden hatten, war die Initiative des Vereins Centrumshüsli, welche von der Gemeinde einen «à fond perdu»-Betrag von 500 000 Franken für den Umbau des unter Schutz stehenden Centrumshüsli an der Gerlisbergstrasse 2 zu einem Kulturzentrum wünschte. Der Gemeinderat lehnte diese Initiative aus Kostengründen zwar ab, präsentierte aber gleichzeitig einen Gegenvorschlag, welcher den Betrag an Bedingungen knüpfte.

Kontroverse Diskussion

Erwartungsgemäss wurde der Antrag, wie auch der Gegenvorschlag des Gemeinderates, an der Gemeindeversammlung von gestern Dienstagabend von den 150 Anwesenden kontrovers diskutiert und auch mit einigen Änderungsanträgen gespickt, über die der Souverän in einer Abstimmungskaskade einzeln zu befinden hatte.

Ulla Bosshard beispielsweise beantragte, dass der Betrieb einer öffentlichen Toilette aus dem Gegenvorschlag des Gemeinderates zu streichen sei, was die Anwesenden auch unterstützten. Keine Chance hatte dagegen der Antrag von Urs Ferrario, der den Vorschlag eines «à fond perdu»-Betrags von 100 000 Franken und einem rückzahlbaren Betrag von 400 000 ohne Bedingungen ins Spiel brachte. Doch davon wollten die Stimmberechtigten bei der anschliessenden Ausmehrung der Anträge nichts wissen. Vielmehr folgten sie in der Schlussabstimmung dem Vorschlag des Gemeinderates, der einen rückzahlbaren Kredit von 500 000 Franken innert 20 Jahren zur Debatte stellte, verbunden mit der Übernahme von kulturellen Aktivitäten der Gemeinde.

Antrag auf Urnenabstimmung

Doch damit war das Geschäft zum Erstaunen der Initianten noch nicht durch. Adolf Kellenberger unterstütze zwar das Konzept, stellte jedoch den Antrag, darüber noch an der Urne abstimmen zu lassen. Diese Abstimmung schaffte darauf die benötigte Drittelmehrheit der Stimmen, sodass das Begehren voraussichtlich im kommenden Frühjahr noch die zusätzliche Hürde der Urnenabstimmung schaffen muss.

Leitung Bildung vorberaten

Desweiteren beriet die Versammlung über die Schaffung einer neuen Leitung Bildung, dies jedoch nur in der Vorberatung, zuhanden der Urnenabstimmung vom 30. November. Die Stimmberechtigten empfahlen die Teilrevision der Gemeindeordnung bei diesem Geschäft zur Annahme.
Den ausführlichen Versammlungsbericht lesen Sie in der gedruckten dorfblitz-Ausgabe, welche am 25. September erscheint.

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