Bassersdorf

Obernarr Rolf Zemp verabschiedet sich singend

Am «Giigeli Zyschtig» war es soweit: die fünfte Jahreszeit verabschiedete sich in Bassersdorf mit einem letzten, würdevoll-närrischen Akt: der Schlüsselrückgabe im Gemeindehaus. Und zwar so, wie man sie kennt: laut, herzlich und mit einer guten Portion Humor.

Es ist vollbracht: Der Schlüssel wurde zum letzten Mal von Obernarr Zemp zurückgebracht, überwacht von Gemeindepräsident Christian Pfaller persönlich.(um)
Schlüsselgewalt für zuhause: Rolf Zemp flankiert von Säckelmeister Daniel Vogler (links) und der neuen Obernärrin Andrea Bannwart. (um)
Uustrinkete im Gemeindehaus. (um)

Noch-Obernarr Rolf Zemp wurde musikalisch standesgemäss von der Guggenmusik Kookabura in Empfang genommen. In seiner Rede sinnierte Zemp darüber, dass dies tatsächlich schon seine 28. Schlüsselrückgabe sei. «Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man Spass hat.»

Er verkündete stolz, dass dank der vielen Helfenden der Abbau nach der Fasnacht reibungslos und pünktlich über die Bühne ging. Grosser Dank, grosser Applaus – völlig verdient. Für Zemp selbst war diese Fasnacht eine ganz besondere, war es doch die letzte als Obernarr. Seine Stimme klang etwas rau und wackelte teilweise verdächtig. Nachwehen der letzten Tage oder doch die Emotionen? Wahrscheinlich beides.

Bassersdorf kann Fasnacht

Besonders oft sei er in diesen Tagen gefragt worden: «Wie geht’s dir, wie fühlst du dich?» Zemp’s Antwort kam prompt: super – denn gemeinsam mit alten und neuen jungen Mitgliedern des Fakoba habe man erneut bewiesen, dass Bassersdorf Fasnacht kann. Schmunzelnd erwähnte er, dass er in all den Jahren bereits vier Gemeindepräsidenten erlebt – und alle überlebt habe. Mit gutem Gewissen freue er sich nun aufs Zurücklehnen, verkündete er weiter, weil er die neue Leitung in besten Händen wisse.

Geforderte Selfies geschossen

Auch die von Gemeindepräsident Christian Pfaller auferlegte Selfie-Mission hat Zemp erfüllt. 54 Stück seien es geworden, eines fehle noch, nämlich von der Schlüsselübergabe. Er werde aber nie mehr Selfies machen – die Arme seien zu kurz und die Jacke zu eng.

Für seine letzte Schlüsselrückgabe hat sich Zemp etwas Besonderes einfallen lassen. Seine Abschiedsrede präsentierte er singend zu dem Stück «I did it my way» – ein emotionaler Rückblick auf 28 Jahre Fasnacht als Obernarr, voller Stolz, mit einem Hauch Wehmut. Der lange, anhaltende Applaus ging ihm sichtbar nahe.

Anschliessend dankte Christian Pfaller Zemp herzlich und zeigte sich beeindruckt von der Grösse des Teams und der vielen stillen Helfer im Hintergrund – und davon, dass dies nun schon seit 70 Jahren so gelebt werde. Augenzwinkernd überreichte er Zemp als letztes Präsent ein 8303 Holzbrettli mit Bassersdorfer Schüblig, was Zemp ein Schmunzeln entlockte.

«So, jetzt hemmer gnueg umeghület», meinte Zemp schliesslich. «Jetzt versorgemer de Schlüssel, denn chömmer endli öppis trinke». Gemeinsam schritten sie, musikalisch begleitet, zum Schaukasten und schlossen den Schlüssel sicher ein – bis zur nächsten Fasnacht.

Zum Abschluss meldete sich Säckelmeister Daniel Vogler zu Wort und dankte Zemp für die langjährige gute Zusammenarbeit und seinen Einsatz. Und damit dieser die Schlüsselgewalt nicht ganz abgeben müsse, überreichte er zusammen mit der neuen Obernärrin Andrea Bannwart einen ganz speziellen Erinnerungsschlüssel.

Ein letzter Tusch der Guggen, dann war die emotionale Schlüsselübergabe beendet: Zemps Abschlusswort: «Merci vilmol, jetzt chömer alli eis trinke!»

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