Bassersdorf

Im Alter den Alltag meistern

Selbständig bleiben auch im Alter – das ist mit speziellen Hilfsmitteln möglich. Ein KZU-Anlass im Pflegezentrum Bächli liefert Tipps zu Alltags-Helfern.

Daniel Schweizer (v.l.), Agnes Honegger und Ergotherapeutin Monique Morina (r.) zeigen einige Hilfsmittel vor. (bg)

Der Alltag steckt voller Tücken. Das Konfi-Glas lässt sich nicht öffnen, die PET-Flasche auch nicht, oder die Finger sind zu ungeschickt, um die Hemdknöpfe zu schliessen. Vor allem im Alter lassen Kraft und Geschicklichkeit massiv nach, so dass die Bewältigung des Alltags manchmal schwierig wird. Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Hilfsmittel, die einem das Leben erleichtern können. Im Pflegezentrum «Bächli» (KZU) verrieten Ergotherapeutin Monique Morina und Daniel Schweizer, Leiter ambulante Therapien, einem guten Dutzend Anwesender im Rahmen einer KZU-Vortragsreihe Wissenswertes über die «kleinen Helfer mit der grossen Wirkung».

«Es braucht oft etwas Übung, bis man mit diesen Hilfsmitteln klarkommt. Aber dafür kann man nachher etwas, das man vorher nicht mehr konnte.»

Monique Morina, Ergotherapeutin

Da wäre zum Beispiel der Pet-Boy, ein Silikongummi, mit dem Flaschen leichter geöffnet werden. Oder der Gripo-Ball, mit dem sich Stifte oder Besteck besser greifen lassen. Im Weiteren gibt es Sockenanzieher und einen «Knöpfer», der mit den Hemdknöpfen hilft. Morina und Schweizer haben Dutzende solcher Hilfsmittel auf einem Tisch ausgelegt.

«Es braucht oft etwas Übung, bis man mit diesen Hilfsmitteln klarkommt», sagt Monique Morina, «aber dafür kann man nachher etwas, das man vorher nicht mehr konnte.» Als Ergotherapeutin sei es ihr Ziel, «Menschen zu befähigen, am Alltag teilzuhaben». Dazu klärt sie bei Bedarf auch Wohnräume ab; sie prüft beispielsweise, wie rutschfest die Bodenbeläge sind, wie weit weg das Telefon ist, oder ob es in und vor allem vor der Badewanne eine Antirutsch-Matte hat.

Im Alter werden wir schwächer

Daniel Schweizer führte aus, warum Hilfsmittel überhaupt notwendig werden. Im Schnitt würden wir ab dem 30. Lebensjahr rund ein Prozent an Muskelmasse pro Jahr verlieren. «Das bedeutet, dass wir mit 80 Jahren noch halb so viel Kraft haben.» Auch hier gibt es jedoch eine gute Nachricht: Mit Training und richtiger Ernährung kann dieser Kraftverlust reduziert werden. Schweizer forderte die Anwesenden darum gleich auf, zehn Kniebeugen zu machen. Anschliessend servierte das KZU-Küchenteam proteinreiche Häppchen wie Bananenshake, Planted Steak und Birchermüesli. Zum Abschluss des Vortrags gab es ebenfalls proteinreich belegte Brötchen.

Birgitta Jakob, Leiterin Therapien, freute sich sehr, «endlich wieder einen solchen Abendanlass anzubieten». Vermutlich habe die dreijährige Corona-Zwangspause dazu beigetragen, dass nur ein Dutzend Interessierter den Weg ins «Bächli» fand.

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