Bassersdorf

Jüngste Bevölkerungsumfrage zeigt ein positives Bild

Die Bassersdorfer Bevölkerung ist grösstenteils zufrieden mit dem Leben in ihrem Dorf. Nachholbedarf gibt es bei der Gestaltung der Plätze, beim Verkehr und der Kultur.

Mit 59 Prozent am meisten Handlungsbedarf sehen die Befragten beim Individualverkehr. (zvg)

Ende Januar präsentierte der Gemeinderat die Resultate der Online-Befragung, die Ende letzten Jahres in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt wurde. Von den 10 197 Personen, die postalisch zur Befragung eingeladen wurden, beteiligten sich am Ende 1885 Personen im Alter von 16 bis 80 Jahren. Auch wenn die Umfrage keine repräsentative Stichprobe der gesamten Bassersdorfer Wohnbevölkerung darstelle, wie Mitautorin Lyn Pleger von der ZHAW betonte, böten die Ergebnisse einen umfassenden Einblick in die Lebenszufriedenheit der Bevölkerung.

Gemeindepräsident Christian Pfaller zeigte sich erfreut, dass fast 20 Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teilgenommen hätten. Konkret hat die Befragung neben Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit auch vier inhaltliche Dimensionen abgedeckt, die aus den vier Legislatur-Schwerpunkten Gesellschaft, Raumentwicklung, Verwaltung sowie Energie und Umwelt abgeleitet wurden.

Nur acht Prozent unzufrieden

Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist mit dem Leben in der Gemeinde zufrieden und fühlt sich ihr verbunden. Diese Meinung vertreten nicht nur die alteingesessenen Bewohner, sondern auch viele Jüngere, die an der Umfrage teilnahmen. Immerhin ein Drittel der Befragten sind in der Altersgruppe der 25 bis 44-Jährigen angesiedelt. Dies spiegeln auch die offenen Rückmeldungen, bei der es die Personen schätzten, dass man sie ernst nehme und nachfrage. Am zufriedensten sind die Befragten mit der Abfallentsorgung, der Sauberkeit sowie dem Zustand von Strassen, Plätzen und Wegen der Gemeinde. Besonders geschätzt wird in Bassersdorf die Nähe zum Flughafen, zur Natur und zu grösseren Städten. Interessant dabei: nur sechs Prozent der Befragten taxieren den Fluglärm als Problem.

Die Sport- und Freizeitanlagen kommen ebenfalls generell gut an, so vor allem der Vitaparcours und das Freibad Hasenbühl. Ein grosses Plus heimste Basserdorf beim subjektiven Sicherheitsempfinden ein: 86 Prozent fühlen sich im Allgemeinen in ihrer Wohngemeinde sicher.

Verkehrsthema allgegenwärtig

Mit grossem Abstand den grössten Handlungsbedarf sehen 59 Prozent der Befragten im Bereich Verkehr. Zwar weist der öffentliche Verkehr eine hohe Zufriedenheit aus, weniger zufrieden sind sie dagegen mit dem Parkplatzangebot und den Fahrradwegen. Am schlechtesten schneiden der motorisierte Individualverkehr und Verkehrsberuhigungszonen ab. Zudem sollte das Kulturangebot mehr gefördert werden. Neben Befindlichkeiten klärte der Gemeinderat auch konkrete Fragen, wie die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung. Flexiblere Öffnungszeiten an Randzeiten und kein Abbau der Schalteröffnungszeiten zugunsten der digitalen Dienstleistungen sind die Antwort.

Stiefmütterlicher GV-Besuch

Ein Steckenpferd des Gemeindepräsidenten sind die Gemeindeversammlungsteilnahmen. Die Frage am Interesse einer Teilnahme bestätigt die tatsächlichen Besucherzahlen. Zwei Drittel der Befragten seien in den letzten zwei Jahren ferngeblieben. «Verhinderung zum Zeitpunkt der Gemeindeversammlung» oder «fehlendes Interesse» waren Gründe. Man darf gespannt sein, wie die geforderten Strategien zum Zeitpunkt und zur Steigerung des Interesses aussehen werden.

In den offenen Rückmeldungen kamen bereits bekannte Themen zur Sprache: Natur, Mehrzweckhalle mit Bühne, Durchgangsverkehr, Umfahrungsstrasse, Weihnachtsbeleuchtung und Kreisel. Wie mit den offenen Rückmeldungen umgegangen wird, bleibt offen. Eine gemischte Bevölkerungsgruppe soll an einem World-Café Ideen zur Verbesserung erarbeiten.

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