Bassersdorf

Kantonsrat lehnt Postulat «Südumfahrung» ab

Das Verdikt ist klar: Eine Umfahrung Süd, welche Bassersdorf vom täglichen Verkehrsstau entlasten sollte, wird wohl nie Realität. Der Kantonsrat hat Ende August ein entsprechendes Postulat des Bassersdorfer EDU-Kantonsrates Thomas Lamprecht abgelehnt.

Der Kantonsrat will von einer Entlastungsstrasse um Bassersdorf nichts wissen. (zvg)

Darin sollte der Regierungsrat aufgefordert werden, zu prüfen, ob die Umfahrung Bassersdorf Süd wieder in die Teilrevision des kantonalen Richtplans aufgenommen werden kann. Der Regierungsrat hatte dies allerdings bereits im Sommer 2021 in seinem Entscheid zur Ablehnung empfohlen (der dorfblitz berichtete). Bereits Anfang Jahr hatte sich der Regierungsrat auch kritisch gegen eine Petition der IG Basi und verschiedenen Ortsparteien geäussert.

Linke Mehrheit schickt Vorlage bachab

In Zusammenhang mit dem Bau des Brüttenertunnels und der damit verbundenen Verlegung der Baltenswilerstrasse sah man eine Chance, das Anliegen mit dieser Petition wieder auf die politische Agenda zu setzen. Dieses wurde nun vom Kantonsrat mit 84 Nein zu 74 Ja-Stimmen abgelehnt. Die Vorlage scheiterte an der linken Mehrheit von SP, Grünen und GLP, sowie der bürgerlichen Mitte. Sie sehen die Entlastungsstrasse mehr als Belastungsstrasse, welche vor allem für die Nachbargemeinden Dietlikon und Kloten erheblich mehr Verkehr bringen würde, wie sie befürchten. Auch umweltrechtlich wurde das Ansinnen kritisch beurteilt. Zum einen wegen des dortigen Grundwasserschutzes, aber auch wegen grossen Kulturlandverlustes.

Rahmenbedingungen änderten sich

Entsprechend stark für die (Wieder)-Aufnahme in den kantonalen Richtplan machte sich die FDP mit alt Gemeindepräsidentin Doris Meier-Kobler. Sie führte aus, dass der Synthesebericht des Amtes für Mobilität für die Korridor-Studie zur Verlegung der Baltenswilerstrasse die «Südumfahrung kurz» empfohlen habe, sofern die Entwicklung Bassersdorf Süd weiterhin angestrebt werde. Und das genau sei nun mit der Annahme der Revision des kommunalen Richtplanes und der revidierten Bau- und Zonenordnung geschehen. Dies seien optimale Voraussetzungen, um Siedlung und Verkehr optimal zu planen. Die Rahmenbedingungen hätte sich geändert und müssten nun vom Kanton auch nochmals neu beurteilt werden, so Meier-Kobler.

Das Postulat wurde nun knapp abgelehnt, doch Initiant Thomas Lamprecht will noch nicht ganz aufgeben und klammert sich an einen letzten Strohhalm. Er will das Anliegen nochmals als Kommissionsantrag einbringen, über den der Kantonsrat bei der Verabschiedung der gesamten Vorlage nächste Jahr definitiv entscheiden wird.

Diesen Artikel können Sie liken!

Werbung