Kloten versetzt Allianz einen Dämpfer
Der Klotener Stadtrat verzichtet auf eine juristische Auseinandersetzung mit dem Kanton Zürich in Bezug auf die Schliessung des Eigentals. Nach einer Analyse kommt der Stadtrat zum Schluss, dass es aussichtslos sei.
Ein weiteres Kapitel wird in der Geschichte der Eigentalschliessung geschrieben: der Stadtrat Kloten hat kommuniziert, keine rechtlichen Schritte gegen den Kanton einzuleiten, um die Eigentalstrasse doch noch offenhalten zu können. «Trotz intensiver Gespräche der drei betroffenen Gemeinden mit dem Regierungsrat des Kantons Zürich konnte keine Einigung erzielt werden… Der Stadtrat hat sich wegen Aussichtslosigkeit nun gegen eine juristische Auseinandersetzung entschieden.»
Herber Dämpfer
Damit versetzt der Stadtrat Kloten den beiden Mitstreitern Oberembrach und Nürensdorf, welche an Gemeindeversammlung 2023 von den Stimmbürgern mit einem Kredit von je 750 000 Franken für Massnahmen zur Offenhaltung angewiesen wurden, einen herben Dämpfer. Das politische Lobbying «Unser Eigental», bei dem Kloten Mitglied ist und mittlerweile aus 662 Personen und 13 Gemeinden besteht (Stand Juli 2025), gab Gutachten zu Verkehr, Naturschutz und eine Einschätzung zum juristischen Vorgehen in Auftrag. Damit wollten sie aufzeigen, dass sich die Verhältnisse seit den Entscheidungen des Runden Tisches von 2017 erheblich verändert hätten, so dass eine totale Sperrung unverhältnismässig sei. Wie Kloten nun ausführt, hätten die Verkehrsgutachten aufgezeigt, dass während der Sperrzeiten der Verkehr durchaus erheblich in den umliegenden Dörfern und Weilern zunehme – dem Kanton erscheinen sie jedoch vernachlässigbar. Auch das Gutachten zum Naturschutz, vom Zürcher Bauernverband erarbeitet, verlief im Sand, da verlässliche Zahlen der vergangenen Nutzung fehlten und bisher nicht erarbeitet werden konnten.
«Der Stadtrat hat sich wegen Aussichtslosigkeit nun gegen eine juristische Auseinandersetzung entschieden.»
Kritische Rechtsgutachten
Auch wenn sich die drei Gemeinden mit Regierungsrat Martin Neukom an den Verhandlungstisch setzten – der Regierungsrat blieb hart und hält an Vereinbarungen und der Landabtretung von Kloten an den Kanton fest. So bliebe der juristische Weg als Anker offen. Dazu wurden von der Allianz verschiedene Rechtsgutachten für eine Chancenabwägung eingeholt. Immerhin müsste man drei Erlasse, welche die Gemeinden am Runden Tisch beschlossen hatten und rechtlich umgesetzt, aufheben oder rückabwickeln. Die Juristen schätzen jedoch die Erkenntnisse aus den Gutachten als zu wenig wesentlich ein, um einen Widerruf von Verwaltungsakten juristisch zu erzwingen. Dazu kommt, dass der zeitliche Ablauf des Rechtsverfahrens bis zur Schliessung 2027 sehr knapp wäre.
Geringe Erfolgsaussichten
Am Ende kommt der Stadtrat zum Schluss: aufgrund der nicht vorhandenen Erfolgsaussichten und der bereits fortgeschrittenen Übergangsphase, dass «vernünftigerweise auf die Beschreitung des Rechtsweges verzichtet werden soll.» Es sollen keine weiteren Steuergelder dafür aufgewendet werden. Die eingereichte Motion «Morf» verlangte auch, dass sich der Stadtrat gegen eine Umfahrung des Eigentals über Gerlisberg, Bänikon und Augwil einzusetzen. «Dies soll in Zukunft mit flankierenden Massnahmen möglichst verhindert oder zumindest gelindert werden», verspricht der Stadtrat.
Nächste Schritte in Planung
Dies setzt nun die beiden Gemeinden Nürensdorf und Oberembrach gehörig unter Zugszwang. In einer Medienmitteilung erklären sie gemeinsam, dass sie diesen Entscheid Klotens «mit Bedauern zur Kenntnis nähmen». Dennoch bestünde weiterhin ein klarer Auftrag der Bevölkerung, sich für die Offenhaltung im heutigen Rahmen einzusetzen. Die Allianz bleibe bestehen und halte daran fest, die definitive Schliessung der Strasse zu verhindern, da ein Miteinander von Mensch und Natur im Eigental möglich sei. Wie die weiteren Schritte nun ohne Kloten aussehen werden, soll in Kürze kommuniziert werden, sobald die Exekutiven der beiden Gemeinden die weiteren Schritte beschlossen hätten.



