Quartier «Bahnhof Süd»: Autoarm und mit viel Grün
Im Gebiet Gebiet Pöschen/Gmeindwisen, südlich des Bahnhofs, wird in den kommenden 20 Jahren ein neues Quartier entstehen, zum Wohnen und Arbeiten. In einem ersten Schritt wurde ein Studienwettbewerb ausgeschrieben, dessen Siegerprojekt nun vorliegt und am 3. Dezember der Bevölkerung im Detail präsentiert wurde.
An diesem Studienauftrag haben vier Planungs- und Architekturbüros teilgenommen, wovon der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft ARGE Lisa Euler mit Weyell Zipse Architekten, Westpol Landschaftsarchitektur und Kontextplan AG von einer Fachjury zum Siegerprojekt erkoren wurde. Dieses wurde Anfang November während der Veranstaltung «Big Picture» des Gemeinderates erstmals erwähnt und die Bassersdorferinnen hatten seit Mitte November im Gemeindehaus die Gelegenheit im Rahmen einer Ausstellung dieses aber auch die anderen drei Projekte zu studieren (der dorfblitz berichtete).
«Bevölkerung auf dem Weg mitnehmen»
Nun wurde am 3. Dezember an einer separaten Veranstaltung vor allem das Siegerprojekt nochmals im Detail vorgestellt. Die anwesenden Planer Lisa Euler und Christian Weyell gaben den rund 50 Interessierten einen vertiefteren Einblick in ihren Gestaltungsvorschlag, welche sie in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Grundeigentümern des Gebietes Pöschen/Gmeindwisen erarbeitet hatten. Von Gemeindepräsident Christian Pfaller und Patrik Baumgartner, Abteilungsleiter Bau + Werke erfuhr man ausserdem, welches die nächsten Schritte in diesem Vorhaben sind. «Es ist noch nichts gebaut», sagte Pfaller bei seiner Einführung. «Wir wollen die Bevölkerung jedoch auf den Weg dorthin mitnehmen». Realisieren werden die Projekte jedoch die dort ansässigen Grundeigentümer. Doch dafür braucht es, so sieht es die neue kommunale Bau- und Zonenordnung (BZO) vor, einen öffentlichen Gestaltungsplan, der wiederum von der Gemeindeversammlung genehmigt werden muss. Deshalb ist die Gemeinde auch im Lead bei diesem Projekt.
Nach den Präsentationen konnten sich die Teilnehmenden dann in kleinen Gruppen zum vorliegenden Siegerprojekt äussern und ihre Inputs dazu geben.
600 bis 800 neue Arbeitsplätze
Das neue Quartier mit Gewerbe- und Wohnzonen soll in Etappen wachsen. Die Architekten legen grossen Wert auf Freiräume und Grünflächen rund um und zwischen den maximal fünfgeschossigen Gebäuden, die als sogenannte Nachbarschaften geplant sind. Diese Bereiche sind grosszügig gestaltet und sollen ein Gefühl von Weite vermitteln. Im gezeigten Modell fällt besonders die grüne, dreieckige Fläche der Gmeindwis auf, die als grüner Ankerpunkt im Quartier dienen soll.
Vorgesehen ist eine gute Durchmischung von Wohnen, Arbeiten und publikumsorientierten Nutzungen im Erdgeschoss der Gebäude. In einer ersten Etappe sollen 600 bis 800 Arbeitsplätze sowie Wohnungen für rund 1200 Personen entstehen, wie an diesem Abend ausgeführt wurde.
Direkt beim Bahnhof, südlich der Geleise, soll der Bahnhofplatz entstehen, der als offener Eingang ins Quartier wirkt. Ein angrenzender markanter Baukörper soll den Bezug zum Gebiet «Bahnhof Nord» herstellen, wo später ebenfalls mehrgeschossige Wohnhäuser unmittelbar beim Bahnhof geplant sind.
Parkplätze am Bahnhof gefordert
Das Gebiet soll vor allem durch den öffentlichen Verkehr – Bahn und Bus – erschlossen werden, ergänzt durch Fuss- und Velowege. Der motorisierte Individualverkehr soll auf ein Minimum beschränkt bleiben. Gerade dieser Punkt sorgte während der Gruppenarbeit für Diskussionen. Die Teilnehmenden wünschen sich zwingend Parkmöglichkeiten beim Bahnhof (Stichwort P+R) für Auswärtige sowie Besucherinnen und Besucher, die südlich des Bahnhofs anreisen. Kritik gab es zudem an der einseitigen Zufahrt vom Dorf her über die Unterführung an der Zürichstrasse. Diese Rückmeldungen sollen laut Projektteam im zweiten Schritt in die Ausarbeitung des Richtprojekts einfliessen. Dieses bildet später die Grundlage für den Gestaltungsplan, der nach heutigem Stand 2028 zur Abstimmung kommen soll.
Bis dahin soll die Bevölkerung an weiteren Veranstaltungen laufend über den Fortschritt informiert werden.
Den Schlussbericht zum Studienauftrag finden Sie hier.



