Souverän beschenkt sich mit Weihnachtsbeleuchtung
An der reich befrachteten Budget-Gemeindeversammlung genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sämtliche Anträge des Gemeinderates und beschenkten sich obendrauf mit einer neuen Weihnachtsbeleuchtung, wofür sie spontan 100 000 Franken sprachen.
Nicht weniger als sieben Traktanden hatten die 155 Stimmberechtigten an diesem Abend zu besprechen und zu verabschieden. Gemeindepräsident Christian Pfaller hatte schon im Vorfeld davon gewarnt, sich auf einen langen Abend einzustellen. Doch wider Erwarten konnten die Anwesenden schon nach drei Stunden zu Häppchen und Umtrunk in den hinteren Teil der Turnhalle der bxa wechseln, obwohl die Versammlung doch noch Überraschungen geboten hatte.
Weihnachtlicher Glanz für Bassersdorf
Den Knüller des Abends lieferte Stimmbürger Adolf Kellenberger, der im Rahmen der obligaten Budgetdebatte einen Antrag auf einen Kredit zur Beschaffung einer neuen Weihnachtsbeleuchtung stellte. «Wir sprechen hier immer nur von Sachwerten. Doch in Dorf gibt es auch Menschen mit Gefühlen», sagte Kellenberger und spielte dabei auf die seit drei Jahren fehlende Weihnachtsbeleuchtung an. Er stellte deshalb den Antrag, einen Betrag von 70 000 Franken für eine neue Beleuchtung und 10 000 Franken für die entsprechende Halterung in die Investitionsrechnung aufzunehmen. Im weiteren Verlauf der Budgetdiskussion hakte Stimmbürger Christian Casserini nach, lobte die Beleuchtung in Baltenswil und äusserte seine Zweifel, dass der im Raum stehende Betrag reichen würde. Er forderte den Betrag auf 100 000 Franken aufzurunden.
Bei der anschliessenden Abstimmung obsiegte sein Antrag gegenüber jenem des Gemeinderates, der 0 Franken im Budget eingeplant hatte, mit einer haudünnen Mehrheit von 70 zu 69 stimmen. So wird nun der Gemeinderat verpflichtet, dafür zu sorgen, dass schon an Weihnachten 2026 Bassersdorf in neuem weihnachtlichem Glanz erstrahlen wird. In der Schlussabstimmung passierte dann auch das um diesen Betrag angepasste Budget 2026, inklusive Steuerfuss von 114 Prozent, mit klarer Mehrheit.
Ja-Parole für zwei neue Fussballplätze
Eine rege Diskussion hatte man im Vorfeld auch beim Traktandum 6 zu einem Verpflichtungskredit von 4.3 Millionen Franken für zwei neue Fussballplätze auf dem gemeindeeigenen Land bei der bxa gerechnet. Die RGPK hatte nämlich in ihrem Abschied eine Ablehnungsempfehlung gegeben. RGPK-Präsident Lukas Müller sagte einleitend, dass die RGPK nichts gegen Fussball, Fussballplätze und Sport habe, doch dass die Dringlichkeit zum Bau dieser Plätze derzeit nicht gegeben sei, zumal das Gesamtkonzept der bxa noch nicht stehe. Die bestehenden Plätze könnten weiterhin genutzt werden, jener beim Acherwis sogar bis 2034, rechnete Müller vor.
Vertreter des FC Bassersdorf, namentlich deren Präsident Felix Pfister, hielt jedoch dagegen, dass die Plätze Acherwis gerade bei Regenperioden oft unspielbar seien und dass der SBB-Platz in einem gekündigten Verhältnis stehe und der Platz ohne Beleuchtung deshalb nicht als vollwertigen Platz genutzt werden könne. Ausserdem verwies Pfister auf die lange Warteliste an Kinder und Jugendlichen, welche gerne beim FC Fussball spielen möchten, sie diese aber aus Platzgründen nicht aufnehmen könnten. Bernhard Dettwiler, Verwaltungsratspräsident der bxa, erachtete den Bau der Plätze als Etappe im gesamten Sportanlagenkonzept als sinnvoll, da diese ohnehin darin enthalten seien und die übrigen Projekte davon nicht tangiert würden.
Diese Argumente stachen bei den Stimmberechtigen offenbar und sie empfahlen das Geschäft ohne weitere Diskussion mit 82 Ja- zu 48 Nein-Stimmen zuhanden der Urne am 8. März 2026 zur Annahme.
Weitere Geschäfte ohne Zündstoff
Auch die beiden Totalrevisionen der Verordnung der Wasserversorgung und der Siedlungsentwässerungsanlagen (Abwasser) wurden nach einigen Wortmeldungen grossmehrheitlich überwiesen.
Ein Selbstläufer war das Geschäft der Teilrevision der Entschädigungsverordnung der Verwaltung (EVO), da sie ohne finanzielle Folgen für die Gemeinde ist. Dabei geht es um den Wechsel (beziehungsweise die Rückkehr) vom CEPEC- zum kantonalen Lohnsystem, das heutzutage von den meisten Zürcher Gemeinden angewendet wird.
Mehr Geld für Behördenmitglieder
Auch bei der Entschädigungsverordnung (EVO) erachteten die Anwesenden eine Erhöhung der Besoldung für Behördenmitglieder als sinnvoll. Erfolgte doch die letzte Anpassung letztmals im Jahr 2015. In der Zwischenzeit sei die zeitliche Belastung und auch die Anforderungen der Behördenmitglieder für das Milizamt deutlich gestiegen, was eine Anpassung rechtfertige, lautete der Tenor. Dies anerkannte auch die RGPK, obwohl sie noch mit drei kleineren Anpassungsanträgen aufwartete. Namentlich bei der Höhe der Spesenpauschale beim Gemeinderat. Nach der Ablehnung eines Antrages von Adolf Kellenberger, welcher den Mitgliedern der RGPK noch mehr Geld zugestehen wollte, wurde das Geschäft, inklusive Änderungsanträgen der RGPK, von den Anwesenden mit 126 Ja- und 12 Nein-Stimmen überwiesen.



