Bassersdorf

Sind die Bassersdorfer «wachstumsmüde»?

Die Unterführung im Bahnhof Bassersdorf kann nicht auf zehn Meter ausgebaut werden. Das sagen Gemeindepräsidentin Meier und andere Politiker zum Entscheid.

Die Bahnhofunterführung (hier der Ausgang Pöschen) kann nach dem Entscheid an der Urne nur auf sechs Meter ausgebaut werden. (rh)

Die Gemeindeexekutive wollte die Bahnhofunterführung Mitte, welche von den SBB im Zusammenhang mit dem Bau des Brüttener Tunnels und dem Neubau des Bahnhofes auf ihre Kosten auf sechs Meter ausgebaut wird, um weitere vier Meter erweitern. Dies, um in Zukunft für die Verkehrsströme und Verbindungen gerüstet zu sein, sollte dereinst im Gewerbegebiet Pöschen, südlich des Bahnhofs, eine grössere Nutzung möglich werden.

«Wachstumsmüdigkeit könnte mit ein Grund für die Ablehnung gewesen sein.»

Doris Meier-Kobler, Gemeindepräsidentin
Doris Meier-Kobler, Bassersdorfer Gemeindepräsidentin. (zvg)

Natürlich enttäuscht zeigt sich Gemeindepräsidentin Doris Meier-Kobler gegenüber dem dorfblitz. Doch irgendwie hätte sich dieses Ergebnis bereits im Vorfeld abgezeichnet, meinte sie. Da sowohl die meisten Parteien wie auch die RPK die Vorlage zur Ablehnung empfahlen. «Dass zwei Drittel der Stimmenden ein Nein in die Urne legten, ist ein klares Verdikt, das es zu akzeptieren gilt», so Doris Meier. Obwohl sie der Meinung ist, dass damit eine Chance für die Zukunft verpasst worden sei. Auf die Gründe für die Ablehnung angesprochen vermutet die Gemeindepräsidentin, dass sich die Bassersdorferinnen und Bassersdorfer neben dem finanziellen Aspekt vor allem auch wegen einer offenbaren «Wachstumsmüdigkeit» gegen den zusätzlichen Ausbau der Unterführung ausgesprochen hätten.

Keine Investition auf Vorrat gewünscht

Ebenfalls als verpasste Chance sieht es Adrian Hediger, Co-Präsident der SP Ortspartei. Seine Partei war die einzige, welche für diese Vorlage die Ja-Parole herausgegeben hatte. Die Sozialdemokraten hatten im Vorfeld nicht von einer Unterführung, sondern von einer Quartierverbindung gesprochen, welche als wichtiges Bindeglied zwischen dem zukünftigen Quartier Bahnhof Süd gedient hätte. Grund für die Ablehnung sieht Hediger hauptsächlich bei den Kosten. Die Bassersdorfer seien, in Abetracht der gespannten finanziellen Situation, offenbar nicht gewillt gewissermassen «auf Vorrat» zu investieren, so Hediger gegenüber dem dorfblitz. Zumal noch sehr ungewiss sein, was dereinst südlich des Bahnhofs passieren werde.

Keine Beeinträchtigung auch mit sechs Metern

Mit Genugtuung geäussert hat sich dagegen Eduard Hofmann von der IG-Basi, dass der Souverän dieser Überdimensionierung der Bahnhofsunterführung nicht zugestimmt hat, so wie es die IG-Basi auch empfohlen hatte. «Auch mit sechs Metern Breite, so wie es die SBB realisieren will, kommt es zu keinen Beeinträchtigungen», ist Hofmann überzeugt. Nach Meinung der IG-Basi soll das Gebiet südlich des Bahnhofes nach wie vor nicht «verbarrikadiert» werden, wie Hofmann es nennt. Deshalb unterstütze die Interessengemeinschaft nach wie vor eine spätere Erschliessung dieses Gebietes, beispielsweise zu einer Mischzone, doch dafür brauche es nicht einen zehn Meter breiten Durchgang.

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