Bassersdorf

Weshalb der Impfcontainer in Bassersdorf Wunschdenken ist

Neben dem viel erhofften Testen ist derzeit auch das Impfen gegen das Covid-19-Virus in aller Munde. Auch Ivan Mihajlovic von der Apotheke Rosengarten beschäftigt die Thematik.

Eine ältere Dame erhält die Covid-Impfung. (Foto: Stadt Zürich)

Der umtriebige Apotheker Ivan Mihajlovic ist einmal mehr voller Tatendrang und Ideen. Vor zwei Wochen gelangte er an die Gemeindeverwaltung mit seiner Idee: «Ich möchte einen Impfcontainer aufstellen, um der Auflage des BAG nachzukommen, die Bassersdorfer Bevölkerung zu impfen.» In der Apotheke könne er diesen Service nicht anbieten, die Kunden müssten schon heute unzumutbare räumliche Verhältnisse aushalten beim Testen. Die Idee also: Ein Container soll aufgestellt werden, um den kantonalen und nationalen Anforderungen entsprechen zu können.

Mihajlovic stellt in Aussicht, dass er im Mai Impfstoff erhalte und mit dem Impfen beginnen könne. «Der Service wird nicht kostendeckend sein», schätzt er. «Ich bin bereit, gewisse Kosten selber zu tragen, brauche aber dennoch die Unterstützung der Gemeinde in gewissen Punkten.»

Apotheken tragen das unternehmerische Risiko

Dazu erklärt Gemeindepräsidentin Doris Meier-Kobler: «Die Gemeinde Bassersdorf ist bereit, Unterstützung für ein schnelles Bewilligungsverfahren zu geben. Der Bund hat eine Impfstrategie und Impfempfehlungen erarbeitet. Für das Impfen zuständig sind die Kantone, inklusive finanzieller Entschädigung. Die Kosten der Impfzentren trägt die öffentliche Hand, Ärzte und Apotheken müssen für sich selbst kalkulieren und das unternehmerische Risiko tragen.»

«Wir bevorzugen die Umsetzung nach den Vorgaben des Kantons, statt einem Alleingang.»

Doris Meier-Kobler, Gemeindepräsidentin

Ein gut zugänglicher Platz für den Impfcontainer wünscht sich Ivan Mihajlovic. Er versichert: «Selbstverständlich läuft alles nach kantonalen Vorgaben, wenn ich das lokale Impfzentrum betreiben kann». Das könnte schwierig werden, denn der Kanton, unter dessen Führung die Impfstrategie steht, gibt auch Empfehlungen und Regeln ab für das Impfen in der Gemeinde ausserhalb einer Arztpraxis: Einhalten der Vorgaben zum Umgang mit dem zum Einsatz gelangenden Impfstoff und korrekte Handhabung vor Ort; geeignete Räumlichkeiten/Infrastruktur, insbesondere mit Wartebereich, Ruheraum, Notfallzimmer; geregelte Prozessabläufe, ein Notfallkonzept unter Einsatz von nötigen Geräten wie etwa ein Defibrillator, und ein Schutzkonzept gemäss Covid-Verordnung besondere Lage.

Gerade die Logistik sei ein wichtiges Thema, das nicht von heute auf morgen realisiert werden könne, sagt Verwaltungsdirektor Christian Pleisch. Doris Meier-Kobler bekräftigt: «Diese Initiative in Ehren und wir unterstützen Ivan Mihajlovic gerne, müssen jedoch alle gleichbehandeln und bevorzugen die Umsetzung nach den Vorgaben des Kantons, statt einem Alleingang. Dieses Vorgehen wird auch von anderen Gemeinden so gehandhabt.»

Elf regionale Impfzentren

Im Kanton Zürich stehen für die breite Bevölkerung elf Impfzentren bereit. In Zusammenarbeit mit den regionalen Spitälern entstanden Impfzentren in der Stadt Zürich, Winterthur, Affoltern am Albis, Horgen, Meilen, Dietikon, Bülach, Uster und Wetzikon. Sie richten sich an die mobile Bevölkerung ab 16 Jahren. Die Impfzentren nehmen ab 6. April 2021 gestaffelt den Betrieb auf: in der Startphase mit noch reduzierter Kapazität aufgrund des nach wie vor begrenzten Impfstoffs. Die Impfkapazität kann bei Bedarf aber rasch hochgefahren werden. Im April werden in den Impfzentren rund 90 000 Erstimpfungen durchgeführt werden können.

Impfen in Apotheken

Wenn im Verlauf des zweiten Quartals grössere Mengen Impfstoff vorhanden sind, um die breite Bevölkerung zu impfen, werden im Kanton Zürich wie in der Impfstrategie vorgesehen weitere Impfmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Neben elf Impfzentren und Hausärzten werden diese auch Apotheken umfassen. Da die Impfungen, die in Apotheken durchgeführt werden können, in der Verordnung über die universitären Medizinalberufe abschliessend aufgeführt sind, hat der Regierungsrat die notwendige Ergänzung dieser Liste vorgenommen.

Noch mangelt es an Impfstoff und es sind vorläufig noch keine Impfungen bei Apotheken möglich. Die Gesundheitsdirektion wird die Planung und Vorbereitung für die Covid19-Impfung zusammen mit den Apotheken weiter vorantreiben und rechtzeitig darüber informieren, ab wann auch in Apotheken geimpft werden kann und wie man zu einem Impftermin kommt. Dies wird im Laufe des zweiten Quartals der Fall sein.

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