Bassersdorf

Wie das Leben so spielt

Mit dem Stück «Rosa ist reif» des Theaters Knotenpunkt gelingt der Arbeitsgruppe «Gemeinsam bis ins hohe Alter» (GeHA) Ende September ein eindrücklicher Abschluss ihres Themenjahres zur Krankheit Demenz.

Das bewegende und sehr aktuelle Thema «Demenz» vom Theater Knotenpunkt gekonnt in Szene gesetzt. (um)

Durch den voll belegten Saal im Schulhaus Chrüzacher geht ein Raunen, als eine ältere Dame Leute anspricht und einen Platz sucht. Sie ist verwirrt und sehr unsicher. Soll man ihr nun helfen oder ist die Dame Teil des Ensembles? Die Frage ist beantwortet, als die verwirrte Frau auf der Bühne Platz nimmt.

Die Krankheit Demenz verändert das Leben aller Beteiligten. Die vier Schauspieler des Theaters Knotenpunkt zeigen dies auf humorvolle Art. Was, wenn Eltern nicht mehr allein gelassen werden können? Wie gehen Angehörige damit um?

Das Spiel

Rosa hat vergessen, den Herd abzuschalten, es qualmt in der Wohnung. Der Sohn wirkt hilflos beim Umgang mit seiner Mutter. Die täglich anwesende Schwiegertochter ist extrem genervt, überfordert und möchte Rosa in ein Heim geben. Aber mit ihrer Art dringt sie nicht zu Rosa durch, die durch ihre trockenen und sich immer wiederholenden Äusserungen alle abblitzen lässt. Die Tochter ist hier schon etwas einfühlsamer, aber auch sie kann nicht viel ausrichten.

Es wird sichtbar, wie schwierig die Kommunikation innerhalb einer Familie und mit den Betroffenen sein kann. Die Spieler thematisieren auf berührende Weise die schleichenden Veränderungen von Rosa und den Umgang mit ihr. Im Publikum wird gelacht, viele der Anwesenden kennen die gespielten Situationen aus eigener Erfahrung.

Fragen und Anregungen

Am Schluss werden die Zuschauer aus ihrer passiven Rolle befreit. Wer möchte, kann seine Meinung zum Gesehenen abgeben und Vorschläge einbringen.

Wie gelingt es, die Interessen und die Würde von Menschen mit Demenz zu bewahren? Diese und weitere Fragen aus dem Publikum werden besprochen, Anregungen werden unmittelbar in Szene gesetzt. Es wagen sich sogar Personen aus dem Publikum auf die Bühne und bringen ihre Ideen mit ein. Die Theatergruppe zeigt spielerisch und ernsthaft zugleich Lösungsmöglichkeiten auf und trägt so dazu bei, für das Thema zu sensibilisieren.

Beim anschliessenden Apéro werden rege Gedanken ausgetauscht. Die einhellige Meinung: «Wir haben alle mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen».

Mit «Rosa ist reif» feierte die Arbeitsgruppe «Gemeinsam bis ins hohe Alter» einen rundum gelungenen Abschluss ihres Themenjahres sowie auch den «Tag der älteren Menschen».

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