Region

Langohren in den Startlöchern

Handgeschöpfte Schoggihasen, bunte Ostergestecke und zum Färben bereite Eier ab Hof: In diversen Betrieben von Bassersdorf, Brütten und Nürensdorf laufen die Vorbereitungen für Ostern seit Wochen auf Hochtouren.

Die Osterhasen sind bereit! Versteckt in den Frühlingsblühern der Bassersdorfer Gärtnerei Zweerus warten sie auf ihren grossen Einsatz am Osterfest. (bg)

Für viele regionale Betriebe und Einrichtungen ist die Zeit vor Ostern eine der intensivsten des Jahres. Die Bäckerei Bosshart Brütten beispielsweise beginnt schon rund zwei Monate vor dem Fest mit dem Giessen der Schoggihasen. Bis Ostern entstehen etwa 1800 Exemplare aus den hauseigenen Gussformen. Anschliessend wird jedes Langohr einzeln verziert und verpackt. «Da steckt viel Handarbeit drin», sagt Geschäftsinhaber Daniel Bossart. Über mangelnden Absatz kann er nicht klagen: Die Schoggihasen seien gefragter denn je.

Ostergeschäft ist wetterabhängig

Auch bei der Gärtnerei Zweerus in Bassersdorf steigt die Nachfrage nach Blumen, Gestecken und Friedhofschmuck vor Ostern an. Im Unterschied zum fixen Valentinstag und dem Muttertag, an denen das Blumengeschäft sowieso brummt, ist das Ostergeschäft aber wetterabhängig. «Bei Sonnenschein läuft es besser», erklärt Gärtnerin Cornelia Zweerus. Im Angebot sind Ostergestecke und die klassischen Frühlingsblüher Osterglocken, Tulpen und Primeln. «Über die Jahre hinweg variieren die Farben und die Sorten, aber diese drei Blumen gehören immer dazu», so Zweerus. Etwas im Auge habe müsse man bei der Planung der Sortenwahl aber das jeweilige Osterdatum, das von Ende März bis Ende April liegen kann und damit einen Zeitraum verschiedener Pflanzen abdeckt. Je nach Termin kämen manche Blumen eher zum Zug.

«Unsere 850 Hühner legen pro Tag im Schnitt 800 Eier. In den Wochen vor Ostern gehen die immer alle weg.»

Iris Isler, Hofbesitzerin

Eier vor Ostern sehr gefragt

Zentral für Ostern sind auch die Ostereier. Das «Obholzerstübli» in Nürensdorf ist einer der Betriebe, der mit seinen Hühnern dafür sorgt, dass genug Eier gegessen und vor allem gefärbt werden können. «Unsere 850 Hühner legen pro Tag im Schnitt 800 Eier», erzählt Hofbesitzerin Iris Isler. «In den Wochen vor Ostern gehen die immer alle weg.» Manche Kunden bestellen sogar extra Wochen im Voraus Eier, damit sie sicher welche haben – und auch, «weil sie ältere Eier haben wollen an Ostern, denn diese kann man besser schälen als die ganz frischen», weiss Isler.
Die weissen seien eindeutig gefragter als die braunen, stellt sie weiter fest. Dabei könne man die braunen – ausser mit Zwiebelschalen – genauso gut färben, betont sie.

Auch Weihnachten ist Eierzeit

Isler räumt gleich noch mit einem weiteren Vorurteil auf: Eier könne man problemlos wochenlang ausserhalb des Kühlschranks aufbewahren. «Erst vom Moment an, in dem man sie gekühlt lagert, müssen sie weiterhin gekühlt gelagert werden, weil die Schutzschicht des Eis dabei zerstört wird», erklärt sie. Diese Eigenschaft der Eier erleichtert ihre Planung, denn die Zahl der Hühner richtet sie jeweils auf die beiden Spitzenzeiten Ostern und Weihnachten aus. Falls es ausserhalb dieser beiden Phasen Überschuss gibt, landen die Eier in einem «rollenden Lager», von welchem sie vorzu verkauft werden. Insgesamt sei die Nachfrage nach Eiern ab Hof in den vergangenen Jahren gestiegen. Als Isler vor 25 Jahren mit ihrem Mann ins Eiergeschäft eingestiegen ist, hatten die beiden auf ihrem Hof erst 500 Hühner.

«Ostern ist Hochsaison für uns.»

Paul Zimmerli, Pfarrer der Reformierten Kirche Breite

Eine Zeit voller Hoffnung

Nicht nur in Sachen Kulinarik und Dekoration ist Ostern ein wichtiges Fest, sondern auch für die Kirche. «Ostern ist Hochsaison für uns», betont Paul Zimmerli aus Bassersdorf, Pfarrer der Reformierten Kirche Breite, stellvertretend für seine Kollegen in der Region.

Sobald in den Regalen die Schoggihasen die Fasnachtschüechli ablösen, nimmt er die Bibeltexte der Passionszeit hervor und bereitet sich intensiv auf seine «Verkündigungsaufgabe» vor, wie er sagt. Er liebe diese Zeit, weil sie voller Hoffnung sei.

Zeichen des Himmels

Ostern sei jedes Jahr wieder von Neuem schön, betont Zimmerli. Doch an ein Ostern als Pfarrer erinnert er sich besonders gern: «Es war der Ostermorgen, um 5.30 Uhr. Ich habe mich auf den Weg zur Frühfeier auf dem Friedhof gemacht. Es war stockdunkel. Langsam bin ich die Strasse entlang gegangen und habe das Osterlied gesummt: Christ ist erstanden… Da ist es plötzlich taghell um mich geworden.» War ein Wunder passiert? fragte er sich. Nein – schnell merkte er, dass genau in jenem Moment die Strassenlampe direkt über ihm angezündet wurde. «Für mich war das trotzdem ein Zeichen des Himmels», sagt er.

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