Region

Übernachten in Kartonhäusern

Vom 14. auf den 15. Mai übernachteten 38 Jugendliche in Kartonhäusern auf dem Dorfplatz in Bassersdorf. Für das Projekt «Nacht ohne Dach» sammelten sie gemeinsam mit der reformierten Kirche Breite Geld für Familien in Peru.

Stolz auf ihre Bleibe aus Karton. (dr)
Sogar einzelne Zimmer wurden gebaut. (dr)
Gemütliche Innenräume aus Karton. (dr)
Die Behausungen auf dem Dorfplatz nahmen schnell Form an. (dr)
Auch die Hitze hielt die Jugendlichen nicht vom engagierten Bau ab. (dr)

Zwischen den Einkaufsläden Migros und Coop in Bassersdorf zeigte sich am Samstagabend ein lustiges Bild. Einige Passanten und Interessierte begutachteten die Gruppe von 38 Jugendlichen, welche freudig mit Kartonkisten, Klebzeug und Cutter hantierten. Die Kisten nahmen schnell Formen an und bald entstand ein kleines Dorf von Kartonbehausungen auf dem Platz. «Nach einer Nacht draussen wird einem wieder bewusst, wie dankbar wir uns schätzen können, ein warmes Bett zu haben», erzählte die Jugendarbeiterin Andrea Schegg. Jedes Haus konnte individuell nach Wünschen der Jugendlichen gestaltet werden. Einzelne liessen die Dächer offen und hofften, ein paar Sternschnuppen zu erhaschen, andere bauten ein abnehmbares Dach oder klebten ihr Heim ganz zu. Gemeinsam wurde über die besten Baumöglichkeiten und die bevorstehende Nacht debattiert. «Das Strahlen der Kinder beim Errichten der Häuser ist so herzig», schwärmte Andrea Schegg.

Spende an die Ärmeren

An diesem Wochenende wurde auch das Handy zuhause gelassen und die Speisen einfach gehalten. Im Vorfeld sammelten die Jugendlichen Sponsoren, welche ihren Verzicht mit einem finanziellen Beitrag unterstützen. So kamen insgesamt etwa 5000 Franken zusammen, mit dem Kuchen- und Getränkeverkauf am Nachmittag kann nun ein stolzer Betrag von gar über 7000 Franken an die Stiftung «Tearfund» gespendet werden. Unterstützt werden verschiedene Projekte für Strassenkinder in Peru. Die Stiftung hat das Ziel, die Kinder von der Strasse weg zu bringen und ihnen Alternativen aufzuzeigen. «Es ist uns klar, dass eine Nacht auf dem Dorfplatz nie an das Leben in den Slums herankommt», erklärte Schegg. Trotzdem ist den Organisatorinnen wichtig, Bewusstsein für unsere privilegierte Lage zu schaffen. Strahlenden Gesichter, eine tolle Teamleistung und einem Beitrag an Kinder, die weniger haben – am Ende eine erfolgreiche Erfahrung in vielerlei Hinsicht.

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